WOARUM MUNDOAT

Wäu d’Mundoat is mei Muattasproch,

wosi so gleant hob, noch und noch.

Si is oafoch, eahli und peafekt,

drum redi heit nu im Dialekt.

 

De Hochsproch is so kompliziat

und si in laungi Sätz valiat.

Is duach und duach mit Englisch gschpikt,

das ma fost ban Redn dastickt.

 

So sogt oana, dea mi ned vasteht

“Bitte wiederholen, wenn es geht!”

In da Mundoat dada frogn bloss,

gaunz kuaz und bündig WOS?

 

Genauso is, waun zwoa si streidn

„Gell, sie können mich nicht leiden?“

Dagegn sogt ma in da Mundoat flott

„Geh putz di endli, du Fallot!“

 

Nua ba da Liab – jo meina Söh –

gehts in da Mundoat ned so schnö.

„Ich liebe Dich“, sogn d’feinan Leit

und neman sie fia mea ned Zeit.

 

In da Mundoat owa, redt ma si zaum

“I steh auf di, dua gean di haum.

Megst ned mei Schotzal wean,

wäu i hob di zan fressn gean!”

 

De poa Zäun, de sogn schau aus,

nua Hochsproch redn is a Graus.

Gmiatli klingt da Dialekt und woam,

grod so wia d’Muattasproch dahoam.

 

© Ernestine Gira

 

 

 

DE SCHLITTNFOAHT

Mittn duachn Wintawoid,

foahma midn Pfeadeschlittn,

a wauns schneibt und eisi koit,

zua Aundocht in de Mettn.

 

Woam vapockt in Pöz und Deckn,

das uns ned a bissl gfriat,

de Fiaß in dicki Stiefin steckn

und im Heaz a Weihnochtsliad.

 

Höh und steankloa is de Nocht,

voa d'Augn do taunzn Flockn,

a Wunda is jo heit voibrocht

und va da Weidn heat ma Glockn.

 

Iwan Schnee de Kufm gleitn,

duachi zwischn Bam und Haus,

Hoffnung duat si schau vabreitn,

auf das da Friedn gehd nia aus.

 

 © Ernestine Gira